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Die Geschichte des Boogie-Woogie
Boogie-Woogie entstand vermutlich aus dem East Coast Swing, einem vereinfachten Teil des Lindy Hop. Amerikanische Soldaten brachten diesen Tanz nach dem Weltkrieg nach Europa, wo ihn die Jugend für sich entdeckte.
Der afroamerikanisch geprägte Swing-Tanz wurde dabei jedoch an den europäischen "Geschmack" angepasst. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Tänzen wird der Boogie-Woogie daher aufrechter, kompakter und oft in klar definierten Linien getanzt. Für viele überraschend ist der Boogie-Woogie als Tanz in den USA unbekannt - dort würde man ihn als East Coast Swing oder Lindy Hop betrachten. Die "Europäisierung" des Swing-Tanzes setzte sich mit dem Jive und Rock ’n’ Roll weiter fort.
Boogie-Woogie wird nicht, wie man erwarten würde, auf Boogie-Woogie-Musik getanzt, sondern vorwiegend auf Rock ’n’ Roll, Rockabilly, Rock, Jump Blues und Swing. Ein früher Name des Tanzes war vermutlich auch "Rock ’n’ Roll"; der Name wurde dann geändert um Verwechslungen mit dem akrobatischen Tanz zu vermeiden.
? Hauptartikel: Swing-Tanz - Abschnitt Geschichte
Boogie-Woogie als Turniertanz
Beim modernen Boogie-Woogie wird Wert auf eine saubere und deutliche Fußarbeit gelegt, bei der oft mehr als ein Schritt pro Zählzeit durchgeführt wird. Auch noch über 200 Schritte pro Minute spielerisch und leicht aussehen zu lassen zeichnet einen guten Tänzer aus.
Startklassen
Junioren Klasse (Juniors): bis einschließlich 17 Jahre
In einigen Ländern gibt es die sogenannte Show Klasse, in der alle Altersklassen mit einer im vorhinein einstudierten Choreographie (Formation) starten dürfen.
In Deutschland werden die Turniere vom Deutscher Rock'n'Roll und Boogie-Woogie Verband e.V. (DRBV) koordiniert.
Vergleich zu Rock ’n’ Roll (Tanz)
Der Rock ’n’ Roll-Tanz hat sich aus dem Boogie-Woogie entwickelt. Der wesentliche Unterschied zu Rock ’n’ Roll besteht darin, dass beim Boogie-Woogie kein im vorhinein einstudiertes Programm sondern völlig frei zur Musik getanzt wird. Daher wird Boogie-Woogie auch in Tanzlokalen getanzt, während der Rock ’n’ Roll dem Turniertanz vorbehalten bleibt. Beim Boogie-Woogie werden weniger akrobatische Figuren wie z. B. Salti getanzt.
Boogie-Woogie wird in der Regel zu Musik der 1950er/1960er Jahre getanzt, kann aber auch zu Disco-Musik oder zu Reggae-Musik getanzt werden.
Beim frei zur Musik getanzten Boogie-Woogie nehmen die Tänzer eine von zwei Rollen ein: Follower und Leader. Der Leader (Herr) führt und leitet die Figuren ein, während der Follower (Dame) auf die Führung zu reagieren hat, beide Aufgaben sind gleich anspruchsvoll und erfordern volle Konzentration auf den Tanzpartner.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Schritttechnik bzw. Akzentuierung. Das Charakteristische der Boogie-Woogie-Musik, die Off Beat-Akzentuierung, wird von den Tänzern auf den Schritt übertragen, während Rock'n'Roll-Tänzer ihre Betonung auf 1 und 3 legen.
Turnierregeln
Die Turnierregeln beim Boogie-Woogie sind nicht normiert, sondern von Land zu Land unterschiedlich. Es gibt ausgewählte Musikstücke, die meistens bei den Turnieren verwendet werden. Bei internationalen Turnieren gibt es drei Startklassen, die Paare müssen jeweils (mindestens) eine schnelle und eine langsame Runde tanzen. In den Juniorenklasse werden keine langsamen Runden getanzt.
Auszug aus den wichtigsten Regeln für Internationale Turniere des WRRC:
Die langsame Runde wird zu einer Musikgeschwindigkeit von 30 bis 32 Takten pro Minute getanzt.
Die Boogie-Woogie-Musik ist im 4/4-Takt geschrieben, wobei der zweite und vierte Taktschlag durch die Rhythmusgeräte betont wird. Das Charakteristische dieser Musik ist die so genannte Back/Beat-Akzentuierung. Dabei wird durch die Melodieführung der erste und dritte Taktschlag betont. (Auszug aus der Turnierordnung: Erster und dritter Taktschlag werden von der Melodieführung betont, zweiter und vierter Taktschlag von den Bass- und Rhythmusinstrumenten.)
Die Betonung der Schrittbewegung muss durch Gewichtsverlagerung mindestens auf den Taktteilen zwei und vier, analog zur Musik (z. B. Sechserschritt - Verlagerung auf zwei, vier, fünf und sechs) erfolgen.
Der Tanz hat immer zusammen mit der Musik zu enden. Die Bekleidung soll zur Musik und zum Tanz passen.
Bewertungskriterien
Die Bewertungskriterien sind in vier Bereiche gegliedert. Die Gesamtpunktezahl von 40 Punkten (10 pro Bereich) ergibt sich aus der Summe der vier Bewertungsbereiche, abzüglich der Fehlerpunkte:
Schritttechnik
Unter dem Oberbegriff „Schritt Herr/Dame“ versteht man alle Kriterien, welche die Gesamtausführung darstellen. Folgende Kriterien sind hierbei zu werten:
Schritt: Neben dem Single-, Double- oder Tripletime-Grundschritt, der vorwiegend flach getanzt wird, sind freie Variationen erlaubt, sofern diese zur Musik passen. Die Ausführung sollte leicht und spielerisch, dabei aber doch dynamisch erfolgen. Durch die Wahl der Schrittvariationen soll der Tänzer / die Tänzerin den rhythmischen Charakter der Musik unterstreichen.
Figurenausführung
Alle Figuren und Tanzelemente sind durch visuellen, Hand- oder Körperkontakt zu führen. Bei der Auswahl von Tanzfiguren soll das Tanzpaar den Charakter des Boogie-Woogie-Tanzes bewahren. Werden neu erschaffene, oder aus anderen Tanzarten übernommene Figuren in den Tanz eingebaut, so soll dies immer unter Berücksichtigung der Charakteristik dieses Tanzes vorgenommen werden. Mit Ausführung einer Figur wird die technische Ausführung, aller in einem Vortrag gezeigten Figuren (unter Berücksichtigung der Qualität) verstanden. Unabhängig davon soll die Ausführung leicht, mühelos, spielerisch wirken und doch exakt getanzt sein. Figurenreichtum ist erstrebens- und wünschenswert. Es sollte damit aber ausschließlich das tänzerische Können unterstrichen werden. Die mehrmalige Wiederholung einer Figur, oder eine abgewandelte Figur trägt nicht zum Figurenreichtum bei. Unter Berücksichtigung dieser Kriterien werden die Punkte für die Figurenausführung berechnet. Es soll keine Akrobatik getanzt werden. Akrobatikelemente sind wie Tanzfiguren zu bewerten, wobei besonderes Augenmerk auf flüssige, harmonische Ein- und Ausgänge zu legen ist.
Tänzerische Darbietung und Interpretation
Die nachfolgenden Kriterien ergeben den Gesamtkategorie „Tänzerische Darbietung/Interpretation“:
Harmonie: Harmonie bedeutet die Übereinstimmung oder Ergänzung beider Tänzer in der Ausführung der Bewegung und dem Einklang im Bewegungsablauf beim tänzerischen Vortrag.
Der Bewertung von „Führung“ setzt sich aus folgenden Fragen zusammen:
Wartet ein Paar nur auf den Stopp, oder tanzt es fließend bis der Stopp kommt?
Boogie-Woogie-Tanz-Stile
Boogie-Woogie fächert sich in vielerlei Stile auf, z. B. den Lokal-Stil, den Turnier-Stil oder dem sogenannten Disco-Boogie, wobei sich die einzelnen Stile hauptsächlich in Grundschritt und Figuren unterscheiden.
Disco-Boogie ist durchaus mit dem normalen Boogie-Woogie zu vergleichen. Der wesentliche Unterschied zu den anderen Stilen ist, dass Disco-Boogie normalerweise im 4er-Schritt getanzt wird (siehe auch Grundschritt) und dass Disco-Boogie zu Disco- oder Reggae- Musik getanzt wird.
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